| Bericht
vom 8. internationalen Ägyptologenkongreß in Kairo
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![]() Mena House Oberoi Hotel- Der Tagungsort *
![]() Muhammed el-Bialy in der Grabkammer von KV 42 Bei so vielen, gleichzeitig angebotenen Darstellungen, war es manchmal schwer zu entscheiden, an welchem Vortrag man in einem bestimmten Block teilnehmen soll. Es wurden während des Kongresses eine Reihe von Vorträgen gehalten, die sich mit dem Gebiet von Theben Areal und seinen Monumenten befaßten und für das TMP und seine Arbeit von besonders wichtig waren. Während der Sitzung zu den Studien über die Könige des Neuen Reiches, prüfte Aidan Dodson die Beweise für die Existenz von Bestattungen von Mitgliedern der Königsfamilien des Neuen Reiches in Theben, insbesondere im Tal der Könige. May Trad vom Ägyptischen Museum berichtete, wie sie die goldene, mit Inschriften verzierte Innenausstattung des Sarges aus KV 55, dem Amarna-Versteck, wiedergefunden hat. Mohammed el-Bialy, Direktor der Altertümerverwaltung für das thebanische Westufer, sprach über die Untersuchungen in dem von ihm freigelegten KV 42, sowie über die Vermutungen bezüglich der ursprünglichen Besitzerin, Meritre-Hatschepsut, der Gemahlin Thutmosis III und seiner späteren Nutzung für die Wiederbestattung der königlichen Amme Senetnai. Elena Paulin-Grothe berichtete vom MISR Projekt der Universität Basel, das die Gräber von Siptah (KV 47) und Ramses X (KV 18) dokumentiert und sie beschrieb die Räumungsarbeiten in und um KV 18. Susan Allen von der Ägyptischen Abteilung des Metropolitan Museum of Art untersuchte erneut das Material aus dem sogenannten "Balsamierungsdepot Tutanchamuns", KV 54, das von Theodore Davis und Edward Ayrton nahe des Eingangs zu KV 18 entdeckt worden war. Otto Schaden berichtete von den jüngsten Bemühungen bei der Freilegung von KV 10, dem Grab von Amenmesse. Edwin Brock präsentierte eine Rekonstruktion des granitenen Sarkophagdeckels der Königin Tachat, der in KV 10 gefunden worden war. Galina Belova sprach zu den kürzlich durchgeführten Untersuchungen von DB 320, der Stätte des berühmten Königsmumienversteck von Deir el-Bahari. Steven Snape von der Universität Liverpool untersuchte Beweismaterial zu den im Grab von Ramses III (KV 11) gemalten Szenen, die auf eine ununterbrochene Fortdauer des Handels am Ende der Späten Bronzezeit hinweisen, ungeachtet der Wanddekoration im Totentempel des Königs in Medinet Habu, wo eher der Eindruck entsteht, daß Aufruhr herrschte. Magdi Mohammes Fekri bot eine Studie über die inschriftenlosen und nicht königlichen Gräber im Tal der Könige vor.
![]() Nordostseite von Sheikh Abd el-Qurna mit TT 72, TT 71, TT120 und TT121 sichtbar * Verschiedene Redner behandelten das Thema der privaten Gräber
in der thebanischen Nekropole. Dr. Peter Piccione beschrieb die Dokumentationstätigkeit
des Gemeinschaftsprojekts der Universität von Charleston mit dem
Serapis Research Institute in den Gräbern TT 72 und 121 von Sheikh
Abd el-Qurna. Lyla Pinch Prock vom Royal Ontario Museum Qurna Tombs
Project beschäftigte sich mit TT 120, dem Grab des Anen, Bruder
der Königin Tii, der Gemahlin von Amenophis III. Zwei italienische
Missionen, die im Assasif-Bezirk von Westtheben, östlich von Deir
el-Bahari arbeiten, berichteten von den Dokumentations- und Restaurierungstätigkeiten
in zwei großen Gräbern der 25. und 26. Dynastie.
![]() Luftbild vom Totentempel des Merenptah Die Tempel am thebanischen Westufer und andere Bauwerke standen im
Brennpunkt einiger Vorträge. Christian Leblanc, Guy Lecuyot und
Mahmoud Maher Taha präsentierten einen Fortschrittsbericht ihrer
Dokumentations- und Restaurierungsarbeiten am Ramesseum.
Die mögliche, historische Bedeutung der astronomischen Decke im
Ramesseum war Gegenstand der Schilderung von Cynthia May Sheikholeslami
der Amerikanischen Universität in Kairo. M. Kalos und Monique Nelson
sprachen über eine Gruppe von Kapellen aus Lehmziegeln direkt nördlich
des Ramesseums. Petrie hatte an diesem Ort den Torso der gut gearbeiteten
Kalksteinstatue einer Königin gefunden, die heute Meritamun, Tochter
von Ramses II
zugeordnet wird, aber wie sich unlängst bei Nachforschungen herausgestellt
hat, datieren die Kapellen sowohl vor, als auch nach dem Ramesseum.
Horst Jaritz, Direktor des Schweizer Instituts, erörtete den Totentempel
des Merenptah, indem er die unterschiedlichen Bauphasen und Änderungen
des Grundrisses, denen der Bau unterlag ausführlich behandelte.
Die Instandhaltungsarbeiten von Mitgliedern der polnischen Mission Mission
in Deir el-Bahari
waren das Thema von vier Vorträgen. Zbigniew Szafranski, der Direktor
der polnischen Mission in Deir el-Bahari, zeichnete die neueste Arbeit
zur Wiederherstellung der oberen Terrasse des Tempels der Hatschepsut
nach. Der Konservator Rajmund Gazda erörterte die verschiedenen
Bemühungen der Vergangenheit und der Gegenwart zur Erhaltung des
Hatschepsuttempels, einschließlich der aufgetretenen technischen
Probleme und der ästhetischer Wirkungen.
![]() Fassade der rekonstruierten Roten Kapelle der Hatschepsut * Eine Reihe von Vorträgen wurden über die Tempel am Ostufer von Theben gehalten. Dr. Muhammed Sughayer, Generaldirektor der pharaonischen Altertümer des SCA, berichtete von kürzlich gemachten Entdeckungen entlang der Straße der Sphingen zwischen Karnak und Luxor. Dr. Muhammes Nasr sprach über die vor kurzem rekonstruierte Barkenkapelle der Hatschepsut aus rotem Quarzit im Freilichtmuseum des Karnaktempels. Dr. Mahmud Abd el-Razk von der Suez Canal Universität befaßte sich mit vier Stelen aus dem Mittleren und Neuen Reich, die im Tempel des Ptah in Karnak gefunden worden sind. Susanne Bickel präsentierte Beweisstücke aus dem Karnaktempel für ein "verlorenes" Lager und eine Tempelwerkstatt, die von Amenophis III erbaut wurden. Hosam Refai prüfte den Symbolismus und den zeremoniellen Gebrauch großer Säulenhallen oder Hypostylen in den thebanischen Tempeln des Neuen Reiches, mit Schwerpunkt auf den Tempeln von Karnak und Luxor. William Murnane von der Universität in Memphis sprach über die Neudekoration am Durchgang des zweiten Pylons in Karnak in ptolemäischer Zeit. Es wurde nicht nur die Originaldekoration der 19. Dynastie kopiert, es wurde auch Material hinzugefügt, um zwei nachfolgende Könige, Ramses III und Taharka zu ehren, welche die bedeutsamen Bauten im nahen ersten Hof errichtet hatten. Francois Leclere und Laurent Coulon fuhren mit ihrer beim 7. ICE begonnenen Präsentation fort mit den aktuellen Funden aus dem Osirisgrab-Komplex, der sich im Nordosten des Amuntempel in Karnak befindet, und in Zusammenhang mit den Riten zum Fest von Khoiak steht. Am zehnten Pylon von Karnak wurden zwei Statuen des Amenhetep, Sohn des Hapu gefunden, einem Beamten der 18. Dynastie und später populärer "Heiliger", welche Gegenstand der Studie von José M. Galan sind, die sich mit Statuen an Tempeleingängen als Vermittler volksnaher Kulte auseinandersetzt.
![]() Luftbild von el-Qurna, mit dem Hügel von Qurnet Murai im Vordergrund Eine Kopie des Kongreßprogramms ist auf der Website des Egyptian
Supreme Council of Antiquities zu erhalten, unter: http://guardians.net/hawass/congress2000/congress_programme.htm.
Leider sind nicht alle in diesem Programm gelistete Vorträge präsentiert
worden, da einige Mitglieder nicht an der Tagung teilnehmen konnten.
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